Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft nimmt Stellung zur europäischen digitalen Bibliothek Europeana

Europeana, die europäische digitale Bibliothek, die das europäische Kulturerbe digital erfassen soll, hat im August Bibliotheken, Interessenverbände und Arbeitsgruppen aufgerufen, ihre Meinung zur digitalen Bibliothek mitzuteilen. Die Konsultation war bis zum 15. November angesetzt, die Antworten sollen auf der Website veröffentlicht werden. Das Aktionsbündnis Bildung und Wissenschaft hat seine Antworten jetzt schon ins Internet gestellt

Auch wenn Europeana schon 4,6 Millionen digitalisierte Werke enthält, so ist das nur ein Bruchteil der in den europäischen Bibliotheken lagernden Medien. Die größten Hindernisse sind das ungelöste Vorgehen bei verwaisten und vergriffenen Werken und der fragmentierte rechtliche Rahmen, denn trotz Harmonisierungsbestrebungen sind die Urheberrechtsgesetzgebungen in Europa noch sehr unterschiedlich.

Das Aktionsbündnis plädiert für eine dezentrale Einrichtung ein, die in erster Linie koordiniert und die Metadaten standardisiert, damit eine gemeinsame Suchmaschine die Digitalisate auffindbar machen kann. Die größten Probleme sieht das Aktionsbündnis im Umgang mit verwaisten Werken und der Rechtssicherheit bei Nutzung und Zugriff. Der Zugang zu verwaisten Werken muss genehmigungsfrei möglich sein. Ein öffentlich finanzierter Trust könne auftretende Ansprüche finanziell regeln.

Zusätzlich sei es wichtig gesetzliche Schrankenregelungen einzuführen, die einen möglichst freien Zugang zu den Materialien sichern. Es warnt vor Public-Private-Partnership-Lösungen, da die Sicherung des kulturellen Erbes eine öffentliche Aufgabe ist; eingeschränkte Lizenzierung an private kommerzielle Anbieter könnte möglich sein, wenn der freie Zugang gewährleistet bleibt.