Aktionsbündnis in Verhandlungen mit Google Inc. wegen GBS

Trotz mannigfacher Bedenken gegen die Monopolisierungsgefahren durch Google Inc. insgesamt sieht das Aktionsbündnis die bisherige,  auf einem freeconomics-Modell beruhende Anzeige von Werken im Bibliotheksprogramm von GBS im Interesse von Bildung und Wissenschaft liegend.

Bislang wird für die Nutzung von vollständigen gemeinfreien Werken, aber auch von Teilen von urheberrechtsgeschützten Werken keine Gebühr verlangt. Das Aktionsbündnis setzt sich dafür ein, dass dies auch so bleibt, wenn das Settlement rechtlich verbindlich wird.

Einwände gegen das Settlement können bis zum 4 September im New Yorker Gericht vorgebracht werden. Eine öffentliche Gerchtsanhörung ist am 7. Oktober 2009 vorgesehen. Das Aktionsbündnis will diese Möglichket wahrnehmen (dazu ein gesonderter Blogeintrag hier demnächst).

Unbeschadet der Einwände gegenüber dem Settlement verhandelt der Sprecher des Aktionsbündnisses Anfang September mit Google bzw. mit dem Direktor des GBS Programms, Dan Clancy, in Mountain View über Einigungsmöglichkeiten. Das Aktionsbündnis vertritt dabei die folgenden Positionen:

a) Die von den Autoren für GBS freigestellten Werke dürfen nicht durch eine kommerzielle Vermarktung (pay-per-view-Dienste) der freien Verfügbarkeit entzogen werden. D.h. auch gegen pay-per-view-Dienste bestünden keine Einwände, wenn parallel die freie Verfügbarkeit garantiert bliebe.

b) Gegen eine kommerzielle Verwertung, z.B. über Werbeeinnahmen, die weiterhin die „freie Verfügbarkeit“ sicherstellt, gibt es keine Einwände.

c) Durch die Digitalisierung und Anzeige in GBS dürfen keine exklusiven Rechte in dem Sinne entstehen, dass eine weitere öffentliche Zugänglichmachung der ursprünglichen Werke (in digitaler Form) ausgeschlossen wäre. D.h. Wissenschaftler dürfen weiterhin ihre Werke selber digitalisieren (und auf der eigenen Website bereitstellen) oder dies anderen nicht-kommerziellen Anbietern (z.B. Bibliotheken) erlauben. (das scheint unproblematisch zu sein)

d) Diese Forderung der nicht-exklusiven Rechte muss unbedingt auch auf die Digitalisierung der verwaisten Werke ausgeweitet werden.

e) Google muss klarstellen, dass die durch das Settlement erworbenen (Monopol-)Rechte nicht zu einer für Bibliotheken nicht akzeptablen Preispolitik führen werden (ggfls. über eine offene Partizipationspolitik im Book Rights Registry - BRR).

Vorschläge zum Vorgehen gegenüber Google sind nachdrücklich erwünscht.