Terminkalender
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 |
IUWIS ist angesiedelt am Institut für Bibliotheks- und Informations-
wissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin.
Aus der Literatur: Eric W. Steinhauer über Open Access und Wissenschaftsfreiheit
Dieser Tage erschien eine sehr empfehlenswerte Publikation Eric W. Steinhauers, in der er sich mit dem "Recht auf Sichtbarkeit" in der Wissenschaft beschäftigt, d.h. also mit der Beziehung zwischen Open Access und dem Gut der Wissenschaftsfreiheit:
Eric W. Steinhauer (2010): Das Recht auf Sichtbarkeit. Überlegungen zu Open Access und Wissenschaftsfreiheit. Münster: Verlagshaus Monsenstein und Vannerda. ISBN: 978-3-86991-140-3. Erhältlich beim MV-Buchshop bzw. als Volltext-PDF über http://fiz1.fh-potsdam.de/volltext/aueintrag/10497.pdf
Das Buch ist insofern besonders interessant, weil in ihm die rechtliche Dimension der Frage nach einem unabdingbaren Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftler und dessen Verankerung im Urheberrecht intensiv erörtert wird, welche derzeit u.a. im Mittelpunkt der Diskussionen um den so genannten Dritten Korbs steht.
Mittlerweile gab es einige Kommentare und Anmerkungen zum Thema. So sehr ausführlich von Rainer Kuhlen in seinem Blog netethics (Kommentar zu Steinhauer: Das Recht auf Sichtbarkeit), auf den Walther Umstätter (hier) und mittelbar Heinz Pampel (hier) in der Mailingliste inetbib reagierten, sowie von Ben Kaden im Weblog der Zeitschrift LIBREAS (Wissenschaft und Sichtbarkeit). Auch Klaus Graf hat weitere Überlegungen zum Eric Steinhauers Text in Aussicht gestellt.
Während Rainer Kuhlen zu bedenken gibt, dass neben dem Recht auf Sichtbarkeit für den einzelnen Autor auch ein Recht auf Sichtbarwerden des Beitrags für die Wissenschaftsgemeinschaft bzw. allgemein die Nutzer wünschbar scheint, thematisiert Ben Kaden den Begriff der Wissensgemeinschaft. Im Anschluss an die Schlußfolgerung, dass die Wissenschaftsgemeinschaft und nicht der Gesetzgeber die normativen Weichen für oder gegen Open Access stellen muss, führt er aus, dass die "Wissenschaftsgemeinschaft" eine nur schwer fassbare Einheit darstellt, die in sich sehr heterogen organisiert ist und nur in Zusammenhang mit anderen Funktionsbereichen der Gesellschaft gesehen werden kann.
Weitere Kommentare und eine intensive Diskussion scheinen nicht nur gewünscht sondern, wenn man Eric Steinhauer folgt, geradezu im Wesen der Sache zu sein:
"So wenig, wie der Gesetzgeber einen Wissenschaftler zu Open Access zwingen darf, so wenig darf er Open Access verbieten. Er hat sich hier schlicht herauszuhalten. Denn die Frage, wie in einer in vernetzten Kontexten agierenden Wissenschaft angemessen kommuniziert und publiziert wird, kann nur die Wissenschaft selbst entscheiden. Hier darf sie auch heftig streiten." (S. 79f.)
- Weblog von iuwis-Redaktion
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben

