In eigener Sache: Der IUWIS-Besprechungsdienst

"Die Herausgeber legen hiermit den ersten Band dieses Archivs dem Publicum vor. Sie beglaubigen sich, demselben eine Uebersicht der juristischen Litteratur des Jahres 1800 darinn vorzulegen, die nicht nur ein Behuf zur Titelkunde, sondern mit belegten Urtheilen versehen ist, worinn der Leser Wahrheitsliebe ohne alle Nebenabsicht und Mäßigung nicht verkennen wird, wenn er anders den Geist der Mäßigung und unbefangenen Wahrheitsliebe zum Lesen selbst mit sich bringt."

Obwohl wir heute zu anderen Worten (und leicht veränderter Orthografie) greifen würden, zeigen sich bei uns auch im Jahr 2010 durchaus Parallelen mit den Herausgebern des Critischen Archivs der neuesten juridischen Litteratur und Rechtspflege in Teutschland, die 1801 mit den oben zitierten Sätzen die erste Ausgabe ihres Referateblattes eröffneten. (Critisches Archiv der neuesten juridischen Litteratur und Rechtspflege in Teutschland. Tübingen: J.G. Cotta'sche Buchhandlung, 1801. Band 1. S. III)

Im Vordergrund steht zweifellos der Anspruch, (diskurs-)gestaltend zu wirken. Das möchte IUWIS genauso, wie es die Gruppe um Heinrich Danz und Christian Gottlieb Gmelin wollte. (Auch wenn es ihnen vorerst darum ging, das römische Recht zu historisieren und das deutsche zu entwickeln, uns dagegen die Entwicklung hin zu einem digitalen Kommunikationsumgebungen angemessenen Urheberrecht zu begleiten.)

Und ebenso wie bei den Herausgebern des Critischen Archivs steht für IUWIS der erläuternde Nachweis der bestehenden Literatur als Grundpfeiler einer fundierten Auseinandersetzung mit der Rechtsmaterie. Aus diesem Grund eröffnet IUWIS heute mit einem ersten Beitrag die Rubrik Aus der Literatur, deren Zweck die Besprechung aktueller monographischer und Zeitschriften- und vielleicht zunehmend auch Internetliteratur zum "Urheberrecht in Wissenschaft und Bildung" ist.

IUWIS möchte dabei weniger mit etablierten Besprechungsdiensten und den Rezensionsabteilungen der Fachzeitschriften in direkte Konkurrenz treten. Uns geht es darum, den Diskurs zum Urheberrecht in Wissenschaft und Bildung zu fördern. Das beinhaltet, dass wir nicht ausschließlich dezidiert urheberrechtswissenschaftliche Literatur in die Betrachtung einbeziehen möchten. Vielmehr sind wir auch für Publikationen aus Bereichen wie dem Wissenschaftsmanagement, Open Access, Bibliotheks- oder Verlagswesen oder auch – ganz im Sinne des Critischen Archivs – der Rechtsphilosophie etc. offen, sofern diese eine Bereicherung für den Diskurs im Sinne eines tieferen Verständnisses der Sachlage leisten.

Inwieweit wir tatsächlich Vollständigkeit für das Themenfeld (vor dem Maßstab des Neuerscheinungsgeschehens in der Bundesrepublik) erreichen können, wird die Zeit sowie das Engagement der Community zeigen. Wir werden in naher Zukunft damit beginnen, die uns eingesandten bzw. relevanten Titel für den Besprechungsdienst hier mit dem Zweck anzuzeigen, aus der IUWIS-Community AkteurInnen zu gewinnen, die sich in übersichtlicher Form im Rahmen einer Besprechung mit den jeweiligen Titeln auseinandersetzen. Falls Sie an einer Mitwirkung interessiert sind, können Sie sehr gern mit uns in Kontakt treten.

Als erste Besprechung hat sich Karin Ludewig mit einer Publikation zu Urheberrechten in Museen und Archive beschäftigt.