Urheberrecht zwischen Kreativität und Verwertung : transnationale Mobilisierung und private Regulierung

VerfasserInnen

Dobusch, Leonhard; Quack, Sigrid

Publikationsinformationen

Erscheinungsdatum:
2010
Köln
Max-Planck-Inst. für Gesellschaftsforschung
MPIfG Discussion Paper
10/6
37 Seiten
1864-4325
Sonstiges

Abstract

Abstract:

Im Zuge der wachsenden ökonomischen Bedeutung von Wissen sowie technologischer Veränderungen durch das Internet ist die Regulierung von Eigentums- und Nutzungsrechten an nicht stofflichen Gütern vermehrt zum Gegenstand transnationaler Auseinandersetzungen geworden. Wurden diese Konflikte zunächst im politischen Bereich, wie etwa in den Verhandlungen um internationale TRIPS- und WIPO-Verträge und nationale Gesetzgebung ausgetragen, verlagerten sie sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts zunehmend in marktliche Arenen.

Die vorliegende Studie nimmt die zunächst paradoxe Beobachtung zum Ausgangspunkt, dass eine im Lobbying internationaler Organisationen sehr erfolgreiche Industriekoalition bei der Entwicklung und Durchsetzung privater Regulierung am Markt auf Hindernisse stieß, während eine zivilgesellschaftliche Koalition dort effektiver als im politischen Bereich war. Die Analyse zeigt, dass soziale und politische Mobilisierungsprozesse am Markt eine Erklärung für diese Unterschiede liefern. Dabei hing der Erfolg von Mobilisierungsstrategien nicht nur von materiellen Ressourcen, sondern davon ab, ob und in welchem Umfang kollektive Handlungsrahmen anschlussfähig an in soziale Kontexte eingebettete Handlungs- und Interaktionspraktiken individueller und kollektiver Akteure waren und zugleich neue Formen der Schaffung und Nutzung von Wissen und Kultur ermöglichten.

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