Offenes Urheberrecht - reicht das Zweitveröffentlichungsrecht aus?

Dieser Beitrag gehört zum Dossier Urheberrecht nach Guttenberg - Ein offenes Urheberrecht?.
Erstellt von rkuhlen am 24.02.2011 - 12:32

In der aktuellen Debatte im Dritten Korb spielt die Frage eines im Urheberrechtsgesetz (vermutlich in § 38 UrhG)  zu verankernden Zweitveröffentlichungsrechts (primär verstanden als Recht der Autoren/Urheber) eine wichtige Rolle. Die hier zu diskutierende zentrale Frage ist.

Reicht ein Zweitveröffentlichungsrecht aus, Open Access entscheidend zu befördern? Oder sind andere Maßnahmen wie Zwangslizenzierung zugunsten öffentlicher Einrichtungen wie Bibliotheken oder Änderungen in dern Dienstverträgen der Wissenschaftler sinnvoll. Was sprich jeweils dafür, was dagegen?

Hier sollte viel Material eingestellt werden. EIn erster Einstieg durch:

Rainer Kuhlen: Der Streit um die Regelung des Zweitveröffentlichungsrechts im Urheberrecht - oder: Was macht Wissenschaftsfreiheit aus? Proceedings ISI´2011 [Preprint]

Kommentare

Kontrovers

Stefan Krempl bei Heyse online vom 7.10.2010 arbeitete die unterschiedlichen Positionen von Börsenverein und Wissenschaftsorganisationen bei einer Anhörung der SPD-Fraktion Anfang Okt. 2010 heraus.

"Christian Sprang vom Börsenverein des deutschen Buchhandels beklagte im Rahmen der Veranstaltung, dass die Forscher sich einen "entschädigungslosen" Zugriff auf die Veredelungs- und Navigationsleistungen von Verlagen und die von ihnen aufgebauten Marken und deren Qualitätsimage wünschten. Dem Markt bliebe damit keine Chance."

Anders aus der Sicht der DFG: "Es gehe darum, dass die Möglichkeit zur kostenfreien Publikation öffentlich geförderter Forschung nach rund sechs bis zwölf Monaten wieder an den Urheber zurückfalle, erläuterte Anne Lipp, Leiterin der Gruppe "Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme" bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), gegenüber heise online. Um die Zitierfähigkeit zu erhalten, sei es dabei wichtig, dass die Zweitveröffentlichung im Netz im Format der verlegerisch betreuten Erstpublikation erfolge."

Die SPD-Fraktion steht offenbar jetzt (Ende 2/11)  kurz davor, ihre Position zum Zweitveröffentlichungsrecht zu beschließen. im Okto 2010 machte Krempl aus: " Es bestehe [nach René Röspel, forschungspolitische Sprecher der Sozialdemokraten) dringender gesetzlicher Handlungsbedarf, um Open Access zu ermöglichen und die Stellung wissenschaftlicher Urheber zu stärken. Ein erster wichtiger Schritt dazu wäre ein verbindliches Zweitveröffentlichungsrecht".