Schreibkompetenzen für Studierende

Dieser Beitrag gehört zum Dossier Plagiate .
Erstellt von Ben Kaden am 08.01.2012 - 21:01

In der gestrigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung findet sich im Bereich Beruf und Chance ein Beitrag zum wissenschaftlichen Schreiben und der Vermittlung entsprechender Kompetenzen an Studierende. (Brigitta vom Lehn: Endlich schreiben lernen. In: FAZ 07./08.01.2012, S. C 4). In dieser berichtet die Autorin von Resultaten einer Studie des Bremer Linguisten Hans Peter Krings, in der ein Gesichtspunkt sichtbar wurde, der auch für dieses Dossier bedeutsam ist:

„Eine Befragung von Studenten, die der Bremer Linguist Hans Peter Krings durchgeführt hat, offenbart allerdings ein anderes Bild. Jeder zweite der 269 Befragten gab an: "Ich tue mich schwer, mit dem eigentlichen Schreiben anzufangen" und "Ich bin unsicher, wie eng ich mich in meinem Text an die Quellen anlehnen darf". Probleme mit der Materialauswahl und Schwierigkeiten "mit dem geforderten wissenschaftlichen Stil" hatte jeder Dritte.“ (Hervorhebung von mir)

Eigene Erfahrungen bestätigen diesen Eindruck: Bei Studierenden besteht sehr häufig eine Unsicherheit hinsichtlich der Abgrenzungen von Zitat, Paraphrase und eigener Gedankenführung. Gerade in frühen Semestern scheint es, als sei bei plagiatsähnlichen Fällen nicht zwingend von Vorsatz auszugehen. Bisweilen stehen dahinter einfach handwerkliche Unsicherheiten und auch schlicht Unkenntnis der Grundregeln der Werkproduktion in der Wissenschaft. Entsprechend notwendig ist es daher, frühzeitig ein Metawissen über Formen, Strukturen, Ziele und Regeln der schriftlichen Wissenschaftskommunikation zu vermitteln. Das klingt selbstverständlich, ist aber in vielen Studiengängen nicht umfänglich gegeben. Oft geht man von einem Lernen im Prozess aus. Das mag meist gut funktionieren. Da aber andererseits in vielen Studiengängen Plagiate zum Teil sehr hart geahndet werden, sollte man strukturell auch abseits der im FAZ-Artikel beschriebenen Writing Labs die Möglichkeiten schaffen, nicht-vorsätzlichen Plagiaten durch eine intensivere Grundausbildung möglichst umfänglich vorzubeugen.

 

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