Der Fall Darmstadt im Radio
Erfasst von iuwis-Redaktion am 3. Dezember 2010 - 20:00
Im Programm des SWR2 gibt es morgen (Samstag) von 10:05 bis 10:30 eine Sendung zu den Darmstädter elektronischen Leseplätzen: Musterprozess um Bildschirm oder Buch.
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Kommentare
Die Sendung als Download
Mittlerweile ist die Radiosendung des SWR auch als Mp3-Download verfügbar (06:07 min, 2,8 MB).
Scharteken
DIE Formulierung der durchweg hörenswerten Sendung stammt ja wohl von Christian Sprang (Börsenverein):
"Letztlich ist dieses Bibliotheksangebot, wie wir es jetzt im Streit haben, das Ende jeglichen Lehrbuchgeschäfts von Verlagen. Und da muss man sich natürlich fragen, nützt es wenn Verlage hochqualitativ intelligente E-Books machen, wo eben sämtliche digitale Funktionen auch ausgereizt werden oder ist es besser wenn eben Bibliotheken irgendwelche alten Printscharteken digitalisieren und als PDF anbieten."
Welch eine Gegenüberstellung! Abgesehen davon, dass das fast vergessene Wort Scharteke hier wiedermal zu hören ist, ist der herablassende Vergleich eine Ohrfeige für jegliche Digitalisierungsprojekte in Bibliotheken. Christian Sprang sagt hier ja kaum verschleiert: Nur Verlage können es, Bibliotheken nicht. Aber Bibliotheken sind knausrig und scannen lieber selbst (zu welchen Kosten eigentlich?) mehr recht als schlecht als dass sie die Lehrbuch E-Books erwerben. Schmarrn!
Ich glaube, dass Bibliotheken klug genug sind, sich auszurechnen, was für sie günstiger ist. Und wenn das Verlagsangebot stimmt, wird nicht gescannt, sondern lizensiert. Und wenn gescannt wird, dann nicht irgendeine Scharteke, sondern z.B. die „Einführung in die Neuere Geschichte" von Winfried Schulze aus dem Ulmer Verlag. Um diesen Titel geht's jedenfalls im Prozess. Den gibt es wohl noch nicht als ausgereiztes E-Book.
Oder der Justiziar vom Börsenverein hat das Buch gelesen und in der Radiosendung nebenbei seinen persönlichen Eindruck mitgeteilt.
Hoffen wir für ihn, dass er nur unglücklich zitiert wurde und man nur deshalb denkt, dass er ganz schön schwarzweiß daherschwätzt und tüchtig überheblich ist.