Die Dissertation des Verteidigungsministers, unter Plagiatsverdacht und in der FAZ
Erfasst von iuwis-Redaktion am 16. Februar 2011 - 20:15
"Bundesverteidigungsminister Guttenberg hat den Anfang seiner Dissertation aus einem F.A.Z.-Artikel abgeschrieben."
und vielleicht auch aus diesem Grund begleitet die Frankfurter Allgemeine Zeitung Deutschlands prominentesten (eventuellen) Plagiatsfall seit langer Zeit besonders ausführlich: Anfang bei F.A.Z. abgeschrieben. Ebenfalls in der FAZ findet sich ein Interview mit dem Plagiat-Experten Stefan Weber: „Sein Doktortitel muss widerrufen werden“.
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben

Kommentare
Ein Fall - vier spannende Blickwinkel
Die intensive Berichterstattung, das Zitat stammt wieder aus der FAZ, lässt vermuten, dass dank des betroffenen Akteurs und seiner Prominenz das Thema "Plagiat" zu einer bisher unbekannten Aufmerksamkeit findet. Spannend ist natürlich die Verbindung zur bisher eher remix-kritischen urheberrechtspolitischen Positionierung von CDU/CSU. Eine laxere Einstellung zum Umgang mit solchen Fragestellungen, so behaupten manche, freilich nicht immer ernstzunehmende Stimmen, könnte der Fraktion womöglich den Minister retten. Andererseits befinden wir uns erst in einer Frühphase der Aufarbeitung des Geschehens und die Universität Bayreuth verspricht:
Andererseits erweist sich der Fall natürlich als ein außerordentlich dankbares Spielfeld wenigstens für die Weböffentlichkeit. Und die ist nicht ausschließlich für ein Übermaß an Geduld bekannt.
Das Geschehen um die Dissertation Karl-Theodor von Guttenbergs ist also aus mindestens vier Perspektiven interessant:
1. Der Vorwurf des Plagiats. (urheberrechtliche Warte)
2. Wie die Universität Bayreuth damit umgeht und ermittelt. (hochschulrechtliche Warte)
3. Wie die Weböffentlichkeit damit umgeht (und die Ermittlungen ungefragt ergänzt). (internetsoziologische Warte)
4. Welche politischen Folgen sich aus einem solchen Fall ergeben. (politische Warte)