Hinweis auf eine Publikation zu Open Educational Resources (OER)

Zeitlich gar nicht unstimmig zur Debatte um den Schultrojaner und die Möglichkeiten der Nutzung von Unterrichtsmaterialien nach dem bestehenden Urheberrechtsgesetz erreicht uns heute Nachricht von der Publikation der Guidelines for Open Educational Resources (OER) in Higher Education. Herausgegeben wurden sie von der zwischenstaatlichen Organisation Commonwealth of Learning (COL) mit Sitz im kanadischen Vancouver. Der Organisation geht es vor allem um die Etablierung und Verbreitung von des sogenannten Open Learning bzw. Selbst- und Fernstudiums. Da sich selbiges mit wachsender Tendenz digital vermittelt vollzieht, ist der Zusammenhang zu Fragen des digitalen Urheberrechts klar vorhanden. Analog zur Open-Access-Bewegung, die parallele und ergänzende Publikationsverfahren zum herkömmlichen wissenschaftlichen Publikationswesen unterstützt, entsteht mit den Open Educational Resources ein alternativer Ansatz für die Nutzungsmöglichkeiten von Bildungs- und Unterrichtsmaterialien:

"Open educational resources (OER) are materials used to support education that may be freely accessed, reused, modified and shared. These Guidelines outline key issues and make suggestions for integrating OER into higher education. Their purpose is to encourage decision makers in governments and institutions to invest in the systematic production, adaptation and use of OER and to bring them into the mainstream of higher education in order to improve the quality of curricula and teaching and to reduce costs."

Sollte sich dieser Ansatz tatsächlich auch in Deutschland stärker verbreiten, sind sicher ebenfalls intensiv geführte Debatten zur Transformation dieses Bereiches des Publikationswesens zu erwarten. Die Herausforderungen hinsichtlich einer Konkretisierung erscheinen derweil immens, sollen die Ansprüche der COL an OERs erfüllt werden:

"1. Improving the quality of learning materials through peer review processes;
2. Reaping the benefits of contextualisation, personalisation and localisation;
3. Emphasising openness and quality improvement;
4. Building capacity for the creation and use of OER as part of the professional development of academic staff;
5. Serving the needs of particular student populations such as those with special needs;
6. Optimising the deployment of institutional staff and budgets;
7. Serving students in local languages;
8. Involving students in the selection and adaptation of OER in order to engage them more actively in the learning process; and
9. Using locally developed materials with due acknowledgement."

Dennoch bleibt die Entwicklung, für die der deutsche Bildungsmarkt sicher derzeit vermutlich nicht zu den Hauptadressaten zählt, beobachtenswert. Gerade im Bereich der Hochschulausbildung finden sich nämlich einige Schnittstellen zu den Fragestellungen, die derzeit zu den einschlägigen Urheberrechtsschranken, zu einem Zweitveröffentlichungsrecht und zu Open Access allgemein diskutiert werden.

Die Publikation gibt es über diese Seite als Download: Guidelines for Open Educational Resources (OER) in Higher Education. Sie steht dem Ansatz entsprechend unter einer CC BY-SA 3.0-Lizenz.

(bk)

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