Gemeingut Wissen? Ein Beitrag zum Konzept der Wissensallmende in aktuellen APuZ-Ausgabe.
Die aktuelle Ausgabe (28-30 2011) von Aus Politik und Zeitgeschichte, Beilage der Wochenzeitung Das Parlament, ist dem Thema Gemeingüter gewidmet. Einer der Beiträge beschäftigt sich dabei mit der Frage nach einer Wissensallmende, deren Konzept sich in etwa so fassen lässt:
"[...] je mehr Leute Zugang zum vorhandenen Wissen haben, desto mehr neue Ideen und Innovationen können aus der Rekombination dieses Wissens entstehen. Auch diese Erkenntnis ist keineswegs neu. So funktioniert bezeichnenderweise die Wissenschaft seit jeher nach dem Prinzip der Wissensallmende. Wissenschaftlicher Fortschritt basiert immer auf der Weiterentwicklung, Widerlegung oder Ergänzung bestehenden Wissens. Das Leitmotiv der Wissenschaft lautet entsprechend, dass heute Forschende nur deshalb weiter sehen können, weil sie auf den Schultern von Riesen stehen; die zentrale Bedeutung gut ausgestatteter Bibliotheken für jede Form von Wissenschaft folgt unmittelbar daraus."
Leonhard Dobusch und Sigrid Quack bieten dabei einen Einstieg in das Thema, das sie von der genannten Wissenschaft über Prozesse der Privatisierung von Wissen bis hin zu Creative Commons-Lizenzen und der Frage nach dem Gemeingutcharakter von Wissensinhalten im Internet sowie den damit verbundenen urheberrechtlichen Problemen, u.a. mit verwaisten Werken, umreissen:
"So scheitert eine Digitalisierung und Öffnung von bestehenden Archiven häufig weder an entsprechenden Technologien noch an fehlender Zustimmung der Rechteinhaber, sondern daran, dass die Abklärung der Rechte zu teuer oder unmöglich ist. Die Verlängerung urheberrechtlicher Schutzfristen bis weit über den Tod der Urheberinnen und Urheber hinaus hat dazu geführt, dass die Zahl sogenannter „verwaister Werke“, bei denen kein Rechteinhaber mehr auffindbar ist, enorm zugenommen hat. Dies gilt insbesondere für Inhalte, die im vergangenen Jahrhundert entstanden sind. Archivare sprechen in diesem Zusammenhang von der „Lücke des 20. Jahrhunderts“."
Alles weitere in der APuZ: Auf dem Weg zu einer Wissensallmende?
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